App-Übersetzung bedeutet gleichzeitig App-Lokalisierung
Mit der rasanten Verbreitung von Smart Phones und Tablet PCs hat auch die Zahl der verfügbaren Apps schnell zugenommen – und sie steigt weiter. Eine durchdachte und funktionale App ist umso erfolgreicher, wenn sie in mehreren Ländern erhältlich ist. In vielen Fällen ist dafür eine Übersetzung der App notwendig.
Technische Übersetzer für die Fachbegriffe
App-Übersetzungen sind ein relativ neues Aufgabengebiet für Übersetzer. Zum einen muss die App natürlich fachlich korrekt übersetzt sein. Das erledigen professionelle Übersetzer, die auf den Bereich Software- und Internet-Übersetzungen spezialisiert sind. Sie sind mit den entsprechenden Fachbegriffen und mit der Anwendung solcher Programme vertraut.
Software-Übersetzungen erfordern Erfahrung
Eine gute Übersetzung muss vor allem die speziellen Eigenschaften von Apps berücksichtigen. Die besonderen Befehle wie „Weiter“ oder „Öffnen“, die beim Ausführen einer App notwendig sind, müssen jeweils App-spezifisch übersetzt und der Zielsprache angepasst werden.
Lokalisierung – die Übersetzung für den Zielmarkt fit machen
Apps sind anwenderbezogene Programme. Daher ist die Übersetzung einer App in den meisten Fällen eher eine Lokalisierung, also eine Adaption des Originals an das entsprechende Zielland/die Zielgruppe. In der Praxis bedeutet das, eine Übersetzung muss nicht nur korrekt sondern sprachlich und stilistisch in den kulturellen Kontext des Ziellandes eingepasst werden.
Eine App Übersetzung muss sowohl die kulturellen als auch die technischen Anforderungen optimal berücksichtigen. Nur eine solche Lokalisierung sichert die maximalen Erfolgschancen einer App im fremden Markt.
Technische Fachübersetzungen –Expertenwissen und Kohärenz sind gefragt
Die Anforderungen an technische Übersetzungen sind sehr hoch. Packungsbeilagen für Medikamente zum Beispiel müssen zu 100 % korrekt übersetzt werden, um folgenschwere Missverständnisse auszuschließen. Bei der Übersetzung von Bedienungsanleitungen für technisches Gerät sind Übersetzungsfehler vielleicht weniger schwerwiegend, dafür aber geschäftsschädigend: Wer hat sich nicht schon einmal über eine unverständliche Bedienungsanleitung geärgert?
Übersetzungen im Bereich Industrie: viele Branchen, viele Textgenres
Der Fachbereich Technische Übersetzungen ist sehr umfangreich – er umfasst diverse Branchen und darin eine Vielzahl von Textgenres. Jede Branche hat ihre speziellen Fachausdrücke, jedes Unternehmen wiederum eine spezifische Firmenterminologie. Unterschiedliche Texttypen wie Broschüren, Datenblätter oder Bedienungsanleitungen haben teilweise spezielle Formate, an die eine Übersetzung angepasst werden muss. Diese und viele weitere Details gibt es bei technischen Übersetzungen zu bedenken.
Erfahrung und Fachwissen – speziell für jede Branche
Zuverlässige und vor allem kohärente Übersetzungen können daher nur erfahrene Fachübersetzer leisten. Neben Expertenwissen für die jeweilige Branche ist auch absolute Präzision bei der Übersetzung von Fachbegriffen gefragt. Das beinhaltet ggf. auch eine umfangreiche Recherche.
Im besten Fall haben solche Fachübersetzer eine technische Vorbildung, d.h., sie sind studierte Ingenieure oder haben einschlägige Berufserfahrung in ihrer Branche.
Das Glossar – Fehler vermeiden, Geld sparen
Für größere Textaufträge oder mehrere Aufträge eines Unternehmens gibt es die Möglichkeit, ein persönliches Glossar für den Kunden anzulegen. In dieser internen Datenbank werden die korrekten Übersetzungen von Fachbegriffen und spezieller Firmenterminologie gesammelt. Hier sind sie jederzeit verfügbar, falls mehrere Übersetzer an einem Auftrag arbeiten, oder falls ein Folgeauftrag für das gleiche Unternehmen ansteht. Ein Glossar gibt zuverlässig Auskunft und spart so dem Übersetzer Zeit und dem Kunden Geld.
Ein Beispiel
Ein Unternehmen für pharmazeutische Geräte möchte eine seiner Vorrichtungen auf dem asiatischen Markt einführen. Dazu müssen die Bedienungsanleitung und die technische Dokumentation jeweils vom Deutschen ins Englische und ins Chinesische übersetzt werden. Zwei Fachübersetzer, für deutsch-englisch und deutsch-chinesisch sind nötig, jeweils spezialisiert auf den Bereich Pharmazeutik/Pharmaindustrie.
Wenn noch kein Glossar für den Kunden existiert, müssen Fachbegriffe recherchiert und bestätigt werden, ggf. wird ein Glossar angelegt. Die fertigen Übersetzungen werden jeweils von einem zweiten Fachübersetzer, ebenfalls Branchenexperte, gegengelesen, um mögliche Unstimmigkeiten zu vermeiden.
Möglicherweise muss das Layout der übersetzten Bedienungsanleitung der jeweiligen Fremdsprache angepasst werden. Erst, wenn dies alles zufriedenstellend erledigt ist, ist eine technische Übersetzung abgeschlossen.
Juristische Fachübersetzungen – ein Fall für Experten
Juristische Formulierungen lassen keine Zweideutigkeiten zu. Jeder, der schon einmal einen Miet- oder Arbeitsvertrag unterschrieben hat, hat die speziellen juristischen Formulierungen kennengelernt. Bei Anklageschriften, offiziellen Urkunden und anderen vor Gericht relevanten Dokumenten gibt es noch weniger Spielraum. Locker oder ungenau formulierte Aussagen können im Zweifelsfall schwerwiegende Folgen haben.
Bei der Übersetzung von juristischen Dokumenten gilt dies umso mehr. Hier hat der Übersetzer eine große Verantwortung, da oftmals die rechtliche Gültigkeit eines solchen Textes allein von der Übersetzung abhängt.
Jedes Land verwendet feststehende juristische Formulierungen
Die deutsch-englische Übersetzung eines Kaufvertrags zum Beispiel kann nicht von einem beliebigen professionellen Übersetzer übernommen werden. Im Englischen existieren genau wie im Deutschen bestimmte juristisch gültige Formulierungen und eindeutige Paragraphen. Diese kann nur ein Experte mit langjähriger Erfahrung im Rechtswesen beider Länder berücksichtigen.
Rechtssicherheit durch fundiertes Fachwissen
Aus diesem Grund gehören Übersetzungen juristischer Dokumente in die Hände erfahrener Fachübersetzer. Meist haben diese Übersetzer entweder ein juristisches Studium oder eine juristische Zusatzausbildung absolviert. Sie übersetzen unter anderem:
- Verträge aller Art
- Offizielle Urkunden
- Allgemeine Geschäftsbedingungen
- Dokumente zum Handelsrecht/Handelsregisterauszüge
- Geschäftsberichte
- Patente und Patentschriften
- Diplome
- Anklageschriften, Beschwerden
Die Erfahrung eines juristischen Fachübersetzers spielt eine große Rolle. Oft braucht es für eine Fachübersetzung Wissen, das über das sprachliche hinausgeht.
Regionale Unterschiede wiegen im Rechtswesen besonders schwer
Ein Unternehmen benötigt eine deutsch-französische und deutsch-spanische Übersetzung ihrer AGB. Ist die französische Fachübersetzung für ein Unternehmen in Frankreich, in Kanada oder in der Schweiz bestimmt? Geht die spanische Übersetzung an einen Partner in Spanien, in Kuba oder in Mexiko? Im besten Fall ist ein juristischer Fachübersetzer nicht nur mit der jeweiligen juristischen Fachterminologie und dem nationalen Rechtssystem vertraut, sondern kann auch die jeweilige Landeskultur berücksichtigen
Professioneller Fremdsprachensatz – damit auch optisch alles stimmt
Bei der Übersetzung von Dokumenten in eine andere Sprache gilt natürlich in erster Linie, dass der entsprechende Text korrekt und schlüssig übersetzt ist. Das erledigt ein professioneller Übersetzer ohne Probleme.
Andere Sprache, anderes Schriftbild
Allerdings können sich bei einer Übersetzung Probleme ganz anderer Art ergeben – wenn es nämlich um Texte geht, die in ein bestimmtes Format und damit in ein festes Layout eingebunden sind. Broschüren, Magazine, Bedienungsanleitungen und ähnliches haben eine bestimmte Seitenzahl und häufig zum Text passendes Bildmaterial. Viele Sprachen unterscheiden sich aber im Schriftbild stark voneinander. Das wirkt sich auch auf das Layout aus.
Ein Beispiel: Übersetzung einer Bedienungsanleitung
Sie möchten die Bedienungsanleitung für ein technisches Gerät vom Deutschen ins Englische und ins Japanische übersetzen. Neben dem Text enthält die Bedienungsanleitung eine Grafik des Geräts mit einer Übersicht aller Funktionen und außerdem Fotos von den Zubehörteilen und von einzelnen Anwendungsmöglichkeiten.
Japanischer Schriftsatz und seine Besonderheiten
Das Layout der Anleitung entspricht dem deutschen Schriftsatz. Da englische Sätze im Allgemeinen eher kürzer sind als ihre deutsche Entsprechung, wird das Layout auf die englische Übersetzung mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr passen. In der japanischen Übersetzung ergeben sich gleich mehrere Herausforderungen. Zum einen wird das Japanische von oben nach unten geschrieben statt von links nach rechts. Zum anderen lesen Japaner die Seiten von rechts nach links – sie würden die Bedienungsanleitung also aus europäischer Sicht von hinten nach vorn lesen.
DTP und Schriftsatz durch einen Grafiker
Bei solchen Übersetzungen muss das Layout angepasst oder sogar komplett umgestellt werden. Das bedeutet im Detail: Die Schrift muss neu gesetzt werden, eventuell müssen Bilder neu angeordnet, Seitenzahlen und Überschriften korrigiert und das Inhaltsverzeichnis angepasst werden. Diese Aufgaben gehen weit über das Übersetzen hinaus und sollten von einem professionellen Grafiker erledigt werden.
Grafikprogramme für optimalen Fremdsprachensatz
Diese besondere Art des Desktop-Publishing wird als Fremdsprachensatz bezeichnet. Am umfangreichsten sind die Änderungen natürlich, wenn es um verschiedene Schrifttypen geht, also zum Beispiel bei deutsch-chinesischen Übersetzungen oder russisch-deutschen Übersetzungen. Aber auch eine spanisch-deutsche oder deutsch-norwegische Übersetzung kann professionellen Fremdsprachensatz notwendig machen, aufgrund der Wortlänge und der Sonderzeichen. Hilfreich sind auch spezielle Programme, die eine Übersetzung direkt im Fremdsprachensatz formatieren und in das Origial-Layout einfügen.
Eine Übersetzung, die dem Original in nichts nachsteht
Alle Dokumente, die im Original ein professionelles Layout haben, sollten in jedem Fall in der Übersetzung überarbeitet werden. Bei Broschüren, Flyer und Magazine zählt immer der optische Eindruck. Umso wichtiger ist es, dass sie auch in fremdsprachigen Versionen perfekt gestaltet sind.
Ein Land, zwei Amtssprachen – Norwegen spricht Bokmål und Nynorsk
Norwegen ist kaum größer als Deutschland. Dennoch kann der skandinavische Staat mit insgesamt vier verschiedenen Sprach-Varietäten aufwarten. Neben den offiziellen Amtssprachen Bokmål und Nynorsk sprechen einige der fünf Millionen Norweger auch die Varianten Riksmål und Høgnorsk.
Alle vier Varietäten gehören zum nordgermanischen oder skandinavischen Zweig der indogermanischen Sprachen. Der allergrößte Teil der norwegischen Bevölkerung spricht Bokmål, 10 – 15 Prozent sprechen die Variante Nynosrk. Riksmål und Høgnorsk sind amtlich nicht anerkannt und werden nur von sehr kleinen Gruppen gesprochen.
Unterschiede zwischen den Amtssprachen
Bokmål ist das „Standard-Norwegisch“. Es basiert auf dem Dänischen und wurde im Laufe der Jahrhunderte in der bürgerlichen Umgangssprache immer weiter norwegisiert. Nynorsk bedeutet übersetzt „Neu-Norwegisch“ – obwohl diese Sprache von beiden Amtssprachen eigentlich den älteren Ursprung hat. Nynorsk hat sich aus den ursprünglichen norwegischen Dialekten entwickelt und weist daher viele Gemeinsamkeiten mit dem Faröischen und Isländischen auf.
Ein Beispiel
„Ich komme aus Norwegen.“
Bokmål: Jeg kommer fra Norge.
Nynorsk: Eg kjem frå Noreg.
Bokmål und Nynorsk sind zwar offizielle Schriftsprachen Norwegens, ihre Aussprache ist aber nicht festgelegt. Das macht es nicht unbedingt leichter, diese Sprachen zu lernen: Die Aussprache in den verschiedenen Dialekten unterscheidet sich oft stark vom Schriftbild.
Wie kam es zu so unterschiedlicher Sprachentwicklung?
Norwegens Landschaft wird von Gebirgen bestimmt. Lange Zeit lebten einzelne Bevölkerungsgruppen relativ abgeschlossen und ohne viel Kontakt zu anderen Landesteilen. So konnten sich die einzelnen Dialekte des Norwegischen sehr unterschiedlich voneinander entwickeln.
Die Entwicklung von Bokmål, das heute die vorherrschende Sprache ist, geht auf die jahrhundertlange dänische Vorherrschaft in Norwegen zurück. 434 Jahre lang wurde Norwegen von Kopenhagen aus regiert und hatte gezwungenermaßen Dänisch als Amtssprache. Daraus hat sich schließlich Bokmål entwickelt.
Gesetzlich festgelegte Sprachpflege
Die Verwendung zweier Amtssprachen kann verwirrend sein und ist daher im Norwegischen Sprachgesetz klar geregelt:
- Staatliche Behörden müssen beide Sprachen verwenden
- keine der beiden Sprachen darf zu mehr als 75% benutzt werden
- Briefe und Anfragen müssen immer in der gleichen Sprache beantwortet werden, in der sie gestellt wurden
- in Schulen wird immer sowohl Bokmål als auch Nynorsk unterrichtet, mit jeweils einer der Varianten als Hauptsprache

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10. Mai 2012 |
admin